Ein Sommermorgen am Meer

Die Sonne legt sich wolkenlos warm auf meine Haut. Es ist still hier. Nur in der Ferne leuchtet das orangefarbene Auf und Ab eines Joggers. Das Meer glänzt in tausend Spiegeln und wirft Bild für Bild einen silbernen Teppich vor meine Füsse. Die Wellen säuseln ihr schäumendes Weiss an den Strand, lächeln Nässe über feuchten Sand und verschwinden wieder. Und auf dem Horizont gleiten Schiffe entlang.

Es geht immer ein bisschen Wind hier, sagt man. Nur heute nicht. An diesem Sommermorgen am Meer.

Du bist gegangen. Und ich habe geweint. Salzige Tropfen in Meerwasser. Für diesen Moment. Weil ich traurig war als Du gingst. Weil mein Herz sich gern noch etwas an Deines gelegt hätte. Weil ich Dich auf eine besondere, zärtlich sinnliche Art liebe und ich jeden Moment mit Dir lebe, in mir und im Wohlgefühl, dass Traurigkeit der einzige Abschied sein darf.

Mit Dir den Tag im Meer zu beginnen, ist wie Einatmen. Ganz tiefes Einatmen. Ich tauche hinab in glitzernde Wellen, gleite mit jedem Millimeter Haut durch wohltuende Leichtigkeit und schwebe im Außen und Innen. An diesem Sommermorgen am Meer.

Und mit der aufsteigenden Sonne erwacht das Leben am Strand. Bunte Zelte setzen fröhliche Farbkleckse zwischen das stetige Weiss der Kunststoffkörbe, in denen sich Menschen ihr Zuhause für einen Tag einrichten. Ich schaue ihnen dabei zu und schreibe diesen Sommermorgen in meine Erinnerung. Fühle Wort für Wort das Glück an diesem Ort leben zu dürfen und die Dankbarkeit von einem silbernen Teppich und glänzenden Augen in diesen Tag getragen zu werden…in diesen Sommertag am Meer.

Sommermorgen am Meer ©claudia pautz

Sommermorgen am Meer ©claudia pautz

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