Von Booten und Bauchgefühlen

Jeden Abend bevor ich ins Bett gehe, schreibe ich meinen Tag in ein kleines Büchlein. Ich nehme dabei kein Blatt vor den Mund. Schreibe Erlebtes und Gefühltes in aller Deutlichkeit in meine Erinnerung. Dann ist es als streife ich den Tag von mir ab. Lege so das Schwere zwischen feine Seiten auf meinen Nachttisch und das Schöne noch einmal in mein Gefühl. Denn genau das ist mir dabei wichtig. Dass ich ganz am Ende, hinter die letzten Zeilen ein Lächeln malen kann.

Vor ein paar Wochen träumte ich, ich sitze in einem Boot. Allein mit einem fremden Menschen. Um uns herum nur endloses Meer. Und ich hatte so sehr Angst, weil die Ausweglosigkeit mich hilflos machte und ich nichts fand, an dem ich mich festhalten konnte…außer mir selbst. Ich wusste nicht wohin die Reise führen würde. Ich wusste nur, dass ich mich einlassen muss und es nur so auch in meiner Hand liegt, wohin dieses Boot fährt.
Als ich mit pochendem Herzen aufwachte, bemerkte mich, dass ich in meinem Leben in einer ganz ähnlichen Situation stecke. Für mich ist eine neue Zeit angebrochen und in jedem Tag steckt Unbekanntes. Ich setze vorsichtig einen Fuß vor den anderen in mein Leben und bemerke mich selbst dabei. Ich lausche meinem Bauch und treffe gemeinsam mit ihm meine Entscheidungen. Bin kompromisslos und ehrlich. Zu mir und zu den Menschen auf meinem Weg.
Und auf wundersame Weise verbinden sich so auch Vergangenheit und Gegenwart, reichen einander die Hände, legen wohltuende Zufriedenheit auf alte Narben und lenken den Blick nach vorn. Dorthin wo meine Zukunft auf mich wartet.

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