Und jedem Anfang geht ein Ende voraus

So fühlt er sich also an mein letzter Tag mit Euch. Ich lasse mich noch einmal in meinen Bürostuhl fallen, schließe die Augen und spüre wieder diesen kühlen Windzug, der immer dann um die Ecke weht, wenn Uwes Bürotür offen ist. Mein Schaudern erinnert mich an so manchen Wintertag, an dem ich kopfschüttelnd darüber schmunzelte, dass jemand selbst bei zweistelligen Minusgraden noch bei geöffnetem Fenster und ohne Heizung arbeitet. Respekt! Diese Art Arbeitsumgebung geht uns Frauen wahrscheinlich völlig ab und lässt die Anzahl unserer Klamottenlagen und benötigten Teerationen proportional zur fallenden Außentemperatur steigen. Nur so viel sei gesagt: Es bleibt mir ein Geheimnis, lieber Uwe!

Übrigens mischten sich an so manchem Tag besondere Düfte unter die frische Büroluft, weil auch die Tür zur Bernsteinküche nur einen Katzensprung entfernt ist und mir Genusssüchtigen den einen oder anderen grossartigen Einblick in die feinen Kochkünste meines Lieblingsholländers gewährte. Ich kenne auch niemanden, der in derartiger Schallgeschwindigkeit folgende Worte völlig unverständlich ins Telefon ruft: „Bernsteinküche Arjan“. Dieser Mann und sein Team, in durchaus perfekter Harmonie mit Christians Jungs und Mädels im Service geben diesem Haus eine Seele, die nicht nur der Gast fühlt. Ihr seid ohne Zweifel Bernstein!

Die zweite Seele fand ich wenige Meter in die andere Richtung, im Backoffice. Dort wo sich Koschinsky und Boronska (Namen durch die Protagonisten persönlich gewählt 😉 )über zwei Monitore hinweg die entzückendsten Wortfetzen an die Köpfe warfen und mir Liebhaberin der gut gewählten Buchstabenkombinationen so manches Lachen auf die Lippen zauberten. Mädels, ihr seid so was von einzigartig. Jede für sich und ganz besonders im Team.
Und wenn es doch mal zu bunt wurde und Scharfzähnigkeit schmerzlich auf meine gelegentliche Dünnwandigkeit traf, war es Scharki, die mit ihrer Gelassenheit Ordnung in mein Durcheinander brachte. Danke, mein Ruhepol!

Der Morgen war auch nur halb so schön, wenn ich um die Ecke bog und in Birdys gut gelüftetem Großraumbüro (man verzeihe mir die Spitzzüngigkeit) brannte kein Licht. Denn das war ein trugloses Zeichen dafür, dass die Chefin der Putzkolonne einen freien Tag hatte…und ich ein besonderes Schwätzchen weniger.

Nun möchte ich nicht den Eindruck erwecken, ich sei ausschließlich durch die Abteilungen des Strandhotel Ostseeblick gewandert, um meine Genusssucht durch Wort und Speisen zu stillen. Ich hatte durchaus auch das Vergnügen an meinem Hoteläpfelchen dem einen oder anderen Gast in Spe das Haus schmackhaft zu machen. Was mir durch die immer in ausreichendem Maße vorhandenen Naschereien meines lieben Büronachbarn Daniel sehr erleichtert wurde. Lieber Daniel, dank Dir wurde unser Büro zum Taubenschlag und meine Waage zwangsläufig und zusehends ignoriert…

Ganz sicher vergesse ich an dieser Stelle den ein oder anderen, der meine Zeit im Ostseeblick zu dem gemacht hat, was sie war. Besonders eben. Mein Dank gilt Euch allen. Ulrike, Solwig, Diana, Mario, Christian, Anke, Nico, Olaf, Pille und ganz wichtig…. Vicky, weil ich besonderen Menschen oft erst begegne kurz bevor sich unsere Wege trennen. Bei Dir ist das so.

Wenn ich eines sagen kann, dann ist es wohl: Dieses Haus lebt von besonderen Menschen. Menschen mit Seele und mit Ecken und Kanten. Die nicht immer leicht zu ertragen sind, die mich aber weitergebracht haben…auf dem Weg zu mir selbst. Ich freue mich über drei gemeinsame Jahre, die mir keiner mehr nehmen kann und ich schaue durch eine Freudenträne auf uns:

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