Des Herbsts Nachtmalerei

Der Herbst ist fast vorbei. Die alten Buchen haben ihr prächtiges Laub verloren und der Nebel legt seinen kalten Atem in so manche Morgenstunde. Nur selten noch klettert die Sonne fröhlich über den Horizont und spiegelt sich wie tausend Diamanten in den frostigen Dächern der schönen Bädervillen.
Das Meer liegt friedlich, als hätte es in diesem Jahr die Herbststürme nur geträumt. Und dort wo sonst der Horizont Meer und Himmel voneinander trennt, ist oft nur Grau. Der Strand ist leer, kein Strandkorb weit und breit. Die Schwäne sind nach Hause gekommen. Zwicken beherzt in dicke Handschuhe und schwimmen dann erhaben am Ufer davon.
Beim Spaziergang entlang der windverzerrten Kiefern an der Promenade erwachen Erinnerungen an warme Sommertage, Fahrradkolonnen und flanierende Urlauber. Jetzt ist es still. Wunderbar still. Und der einzige Mensch, der mir begegnet, ist ein Radfahrer. Dick eingemummelt, den Kopf weit in seinen Kragen gezogen, lächelt er mir ein Nicken entgegen.
Es ist als läge eine bleierne Schwere in diesen Tagen. Doch wenn es Nacht wird, erwachen die Farben zum Leben und helle Lichter lassen die Fassaden der schönen Villen erstrahlen. Malen wohltuende Farbklekse in die Dunkelheit und in den alten Herbst….

Herbstliche Pracht © claudia pautz

Herbstliche Pracht © claudia pautz

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