Kulinarische Gewächshausentdeckungen oder verliebt in den Kürbis

Tatsache Nr. 1: Es ist Herbst!
Tatsache Nr. 2: Dieser Herbst zeigt sich durchaus immer wieder von seiner schönsten Seite.
Tatsache Nr. 3: Er wird gerade zu meiner persönlichen kulinarischen Hochsaison.

Nun gehöre ich ja, wie man unschwer an der einen oder anderen Stelle meines Körpers erkennen kann, zu den Leckermäulchen dieser Insel. Ich schaffe es nur schwerlich den saisonalen Köstlichkeiten, die hier und da auf dem Eiland geboten werden, aus dem Wege zu gehen. Und warum auch? Schließlich kommt der Winter bald und die biologische Vorsehung zeigt mit mahnendem Finger Richtung Futterstelle: Iss, der Winter wird lang! Schade nur, dass die Biologie in manchen Dingen nicht mit der Zeit geht, sonst wäre ihr schon aufgefallen, dass es winterliche Überlebensreserven in Hülle und Fülle gibt, die im übrigen auch noch voller kleiner fleissiger Kalorien sitzen, die des nachts in unseren Schränken die Klamotten enger nähen. Aber das nur nebenbei.

Dieser Herbst nämlich macht es mir leicht, meine genusssüchtigen Geschmacksnerven inkl. wohlriechenden Düften und Augenschmaus mit allerlei Köstlichkeiten zu verwöhnen. Erst gestern zum Beispiel erinnerte mich meine Freundin Mandy daran, dass wir doch zu einen Kürbisdinner gehen wollten.

„Kürbisdinner“ dachte ich noch „ahhh ja“. Kürbis ist in mir leider ein negativ besetztes Wort, weil diese Buchstabenkombination mich in Lichtgeschwindigkeit an diesen säuerlicher Duft von eingekochtem Kürbis erinnert. Mich schüttelt ’s gerade wieder.

Gestern jedoch durfte ich eine ganz andere Erfahrung machen. Mal abgesehen von der originellen Umgebung eines nur wenig beleuchteten Gewächshauses bei Nacht, wo an 6 Tafeln ebenso Genusshungrige wie ich Platz fanden, war das dort servierte Kürbismenü ala Kulmeck-Zauberer Brian Seifert ein kulinarisches Meisterstück. Feinste Überlebensreserven in 4 Gängen. Kürbisvariationen in Form von Schaum, Ragout und Kuchen kombiniert mit Jakobsmuschel, Zanderfilet und Kalb. Und als absoluten Höhepunkt, und das meine ich genauso wie ich es gerade schreibe, weil es mir selbst in der Erinnerung noch eine Gänsehaut zaubert inkl. kleinem Genussseufzer, wurde eine Creme brulée vom Kürbis mit einem Basilikum-Sorbet serviert.
UN-GLAUB-LICH GUT. Ich wußte nicht, dass Kürbis derart lecker sein kann. Ganz tiefe Verneigung, Briani.

Übrigens war es schon das 2. Kürbisdinner im Gartenhaus. Jedes Jahr veranstaltet die Inselgärtnerei Kühn in Sallenthin einen Kürbis-Markt mit allerlei herbstlich Schönem für Jung und Alt und eben diesem Dinner am Abend. Also, unbedingt für nächstes Jahr vormerken!

Mir bleibt nur zuzugeben:
Tatsache Nr. 4: Ich bin verliebt – in den Kürbis.

Verliebt in den Kürbis - Foto: Mandy Knuth www.fotograefinnen.de

Verliebt in den Kürbis – Foto: Mandy Knuth http://www.fotograefinnen.de

Advertisements